Mehr Schein als Sein!
- Pro:
- freundliches Personal
- Kontra:
- siehe Bericht
- Krankheitsbild:
- Burnout
- Erfahrungsbericht:
-
Meinen Aufenthalt in dieser Klinik beendete ich nach 2½ Wochen. (Der Klinik war es natürlich wichtig schriftlich festzuhalten, dass ich gegen ärztlichen Rat abgebrochen habe.) Ich würde jederzeit wieder so entscheiden! Außer mir gingen weitere Patienten auf eigene Verantwortung heim – dies spricht für sich.
Die Klinik präsentiert sich auf der Plattform „Klinikradar“ im besten Licht – top Unterbringung mit gehobener Ausstattung, fast schon Hotelcharakter, explizit wurden Einzel- und 2-Bett-Zimmer beschrieben – keine Rede von 3-Bett-Zimmern.
Meine Erfahrung: Unterbringung im 3-Bett-Zimmer, begleitet von Baumaßnahmen im laufenden Betrieb.
Rückzug oder mal ein wenig Ruhe – Fehlanzeige. Stattdessen finden – unangekündigt – Handwerkerarbeiten im Zimmer statt. Es wurden, mitten im Winter, sämtliche Fenster aus- und neue wieder eingebaut. Wir wurden darüber nicht informiert, stattdessen standen eines Morgens die Handwerker im Zimmer und nahmen dieses 2 Tage in Beschlag, so dass es für uns tagsüber nicht nutzbar war.
Obwohl privat versichert erhielt ich keine Serviceleistungen, aber die Klinik präsentierte mir nach bereits 6 Tagen die erste Rechnung!
Diese Handlungsweise der Klinik spricht wiederrum für sich.
Als mein Gesundheitszustand sich verschlechterte, was Umständen geschuldet war, die nicht in meiner Person lagen, bekam ich das Angebot, ein Medikament zu nehmen, das zwar abhängig machen kann, „aber für die Zeit des Aufenthalts könne man das durchaus mal versuchen“. Unfassbar.
Meine Entscheidung wurde letztlich durch den Arztbrief untermauert. Natürlich wurde erneut hervorgehoben, dass ich die Behandlung, entgegen ärztlichem Rat und der angeblichen Notwendigkeit, abgebrochen habe. Die Umstände, die dazu geführt haben, wurden jedoch nicht erwähnt und auch nicht „die Therapiemethode“, mir ein abhängig machendes Medikament anzubieten.
Es wurden vermeintliche Probleme aufgeführt, über die wir gar nicht gesprochen haben, die aber, aufgrund der falschen Behauptung, durchaus erstmal zu Problemen führen können.
Soweit bekannt, war mein behandelnder Arzt weder Psychiater noch Psychotherapeut, hat aber bei mir Untersuchungen und therapeutische Gespräche durchgeführt.


1 Kommentar
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
ich bedauere sehr, wenn Ihnen unser Therapieangebot nicht helfen konnte. Gerne können Sie sich aber nochmal direkt an das medizinische Team unserer Klinik (also auch an mich) wenden, um ihre Kritik an der Behandlung zu äußern. Dann können wir in Ihren Unterlagen prüfen, wo vielleicht Fehler unterlaufen sind und was wir in Zukunft besser machen können. Aus Gründen der ärztlich-therapeutischen Schweigepflicht dürfte ich hier gar nicht gezielt darauf eingehen. Scheuen Sie also nicht davor zurück, uns direkt anzuschreiben!
Zu Ihrer Anmerkung, Ihnen sei mit einem Inkasso-Büro "gedroht" worden, kann ich als Chefarzt wenig sagen, da ich in die Abrechnungsumstände nicht eingebunden bin. Bei gesetzlich versicherten Patienten ohne Wahlleistungsvereinbarung wird der Aufenthalt aber eigentlich wie üblich von der GKV getragen. Vielleicht hatten Sie aber eine besondere Vereinbarung mit unserer Verwaltung getroffen, z.B. besondere Leistungen ausgewählt? Für alle Leserinnen und Leser sei darauf hingewiesen, dass man solche zusätzlichen Leistungen ggf. vorab mit seiner privaten Krankenkasse abstimmen muss, ob diese dann auch die Kosten übernimmt. Sofern Sie dies aber nicht beabsichtigen, dürfte es in der Regel auch keine Probleme in der Abrechnung geben. Sollten Sie als privat versicherter Patient jedoch unsicher sein, können Sie dies jederzeit vorab mit unserer Verwaltung besprechen. Dann kann es eigentlich auch nicht zu Überraschungen vor Ort kommen. Jedoch wie bereits erwähnt bin ich als Chefarzt in diese Vorgänge gar nicht persönlich involviert, sondern vor allem mit der therapeutischen Arbeit des Teams betraut. Aus Gründen des Datenschutzes sollten diesbezügliche Fragen oder Kritik bitte persönlich an uns gerichtet werden, damit wir dem dann nachgehen und unsere Therapiequalität nachbessern können.
Dennoch hoffe ich sehr für Sie, dass Sie an anderer Stelle die Hilfe gefunden haben, die Sie brauchen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe
mit freundlichen Grüßen!
Ihr
Prof. W. Eirund