Abbruch nach 4 Tagen
- Pro:
- Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals
- Kontra:
- Unfähigkeit der Chefetage
- Krankheitsbild:
- Medikamentenabhängigkeit
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Nach ~20 Jahren "Leben" mit Psychopharmaka trat ich auf Anraten meiner KV diese Reha zur Regenerierung von
* körperlicher Fitness
* mehr soziale Kontakte
an.
Im Vorfeld zum Anmeldeprozedere traf ich auf sehr freundlichen telefonischen Kontakt mit erstklassiger Mail-Kommunikation.
Trotz Autopanne bei der Anreise, erreichte ich die Klinik entspannt und sorgenfrei mit drei Stunden Verspätung um 14 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits über 11 Stunden ohne Pause auf den Beinen.
Doch anstatt diesen Umstand anzunehmen, damit ich erstmal dort ankomme, wurden nach Standardplan drei Arzttermine in Folge durchgepeitscht. Ich war körperlich sichtbar am Ende, teilte dies auch mit. Es interessierte niemanden: der erste Tag "sei halt anstrengend".
Im ersten Gespräch wurde nach kurzem Überfliegen meines ausgefüllten Anmeldebogens sofort penibel in meiner Vergangenheit gestöbert. Emotionaler Meltdown inklusive.
Nach Smalltalk mit dem Chefarzt (zum Sympathiegewinn?), wurden Fragen abgearbeitet, die im Gespräch zuvor bereits gestellt wurden. Nun der Knaller: meine stabile Medikationsdosis wurde nach weniger als 30 Minuten "Gespräch" in Frage gestellt. Es wurde was von "normaler Medikation" gefaselt, dabei nehme ich die Taktung der Pillen seit über einem Jahr im Einklang meiner ambulanten Psychaterin nebenwirkungsarm selbstständig ein.
Am nächsten Tag wurde ich auf Anweisung vom Chefarzt aufgefordert meine gesamten Tabletten abzugeben und erfuhr, dass meine Dosis verdoppelt werden sollte. Dies sei "nicht verhandelbar".
Aufgrund schlechter Erfahrungen mit Dosiserhöhungen weigerte ich mich.
Darauf wurde mein Zimmer im Berghaus UG1 mehrmals in meiner Anwesenheit durchsucht, sie fanden die Packung (Safe sei Dank) nicht. Ich kam mir vor wie in einer geschlossenen Anstalt.
Ich war schockiert. Dank "Hilfe von Außen" schaffte ich am vierten Tag diese "Reha" abzubrechen und den Ort des Schreckens zu verlassen.
Viel Zeit wird benötigt diese traumatischen Wunden wieder zu glätten.


2 Kommentare
ich war zur gleichen zeit anwesend, und kann den kommentar zu 100% bestätigen