Erfolgreiche Notfallbehandlung nach einer Retraumatisierung
- Pro:
- Individuelle, engagierte und kompetente Behandlung durch das gesamte Team
- Kontra:
- Unpragmatischer Umgang mit dem Krankheitsbild Schlaflähmungen
- Krankheitsbild:
- Retraumatisierung mit Suizidalität, Agoraphobie und Schlaflähmungen
- Erfahrungsbericht:
-
Unsere damals zehnjährige Tochter war ein halbes Jahr vor Aufnahme in Ganderkesee durch schwerwiegende Fehlbehandlungen auf der Kinderstation der KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrie) des UKE traumatisiert worden (siehe unsere Bewertung vom 05.04.2026). Im Alltag war es zu einer Retraumatisierung gekommen, und schlimme Erinnerungen unserer Tochter an ihre Behandlung in der KJP des UKE waren mit voller Wucht wieder voll präsent. Es kam zu massiven Symptomverschlechterungen.
Es erfolgte eine Notaufnahme in Ganderkesee wegen Suizidalität. Die Aufgabe war für alle Behandelnden schwierig, denn sowohl unsere Tochter als auch wir Eltern waren nach den schlimmen Erfahrungen mit der KJP des UKE hochgradig misstrauisch. Die Traumatisierung unserer Tochter war durch stationäre Fehlbehandlung in einer KJP entstanden und sollte nun durch stationäre Behandlung in einer anderen KJP therapiert werden. Wir verlangten nach Aufklärung, die die KJP des UKE nicht gewährt hatte, und nach regelmäßigen Kontaktmöglichkeiten zu unserer Tochter.
Die KJP des Wichernstifts in Ganderkesee stabilisierte den Zustand unserer Tochter durch Schlafmedikation ohne körperliches Abhängigkeitspotenzial, kompetente Gesprächstherapie, gute praktische Ratschläge und spielerische Beschäftigung mit den Betreuern und anderen Kindern. Unser einziger Kritikpunkt war der unpragmatische Umgang mit dem Symptom Schlaflähmungen.
Anders als in der KJP des UKE existierten Regeln und Maßnahmen, um selbstverletzendes Verhalten der Kinder zu reduzieren.
Nach einer Stabilisierung wäre eine Weiterbehandlung möglich gewesen. Trotz des guten Verlaufs entschieden wir uns gemeinsam mit unserer Tochter dagegen, weil unsere Tochter ansonsten eine für sie einmalige Gelegenheit mit einem ihrer Interessen verpasst hätte. Die Rechnung ging auf, und unsere Tochter stabilisierte sich nach Klinikentlassung weiter.
Das Wichernstift in Ganderkesee bot anders als die KJP des UKE eine umsichtige poststationäre Nachsorge an.


1 Kommentar
Hi, ich war von 1997 bis 1998 fast anderthalb Jahre auch auf Station 2. Wir müssten uns also begegnet sein.
Ich habe 1998 meinen 18. Geburtstag dort gefeiert. Es gab Spaghetti, die wir mit den Händen gegessen haben. Es gab eine irre Schlacht auf der Station.
Ich bin echt schockiert darüber wie die Sachen dort jetzt ablaufen. Ich möchte meine Zeit dort auch nicht missen, ohne wäre ich jetzt nicht mehr da.
Vielleicht können wir uns einmal persönlich austauschen?! Meine E-Mail-Adresse vio.ahrens@web.de.
Wie gesagt wir müssten uns kennen.