Unterirdische Behandlung
- Pro:
- Arbeit der Ärzte gut
- Kontra:
- Unterirdischer Aufenthalt, keine Kontaktaufnahme möglich, Terminvergabe unmöglich, Nachsorge unterirdisch
- Krankheitsbild:
- offene Unterkieferfraktur
- Privatpatient:
- ja
- Erfahrungsbericht:
-
Ich kam als Notfallpatient mit einer offenen Unterkieferfraktur (Zertrümmerung) per Ambulanz in das Klinikum. Die Notfallversorgung war gut, die Operation ist gut durchgeführt worden. Alles was danach kam, war unterirdisch.
Die Versorgung im Krankenhaus was schlecht, das Personal unfreundlich. Ich hatte keinen Ansprechpartner, mein Status als Privatpatient (mir persönlich nicht so wichtig, allerdings dem Personal schon, da ich gar keine Versorgung bekam, da Status unklar) nicht bekannt. Mir wurde keine Prognose zur Länge des Aufenthalts genannt. Am dritten Morgen kam um sechs (!!!) Uhr morgens (36 Stunden nach einer Vollnarkose und schwerer Gesichtsfraktur) eine resolute Krankenschwester, die nur gebrochen Deutsch sprach, in mein Zimmer, um mit mitzuteilen, dass ich um acht Uhr das Zimmer zu verlassen hätte, da ich entlassen sei. Das Zimmer wurde neu vergeben, ich konnte nicht mal ein Fahrer rechtzeitig organisieren. Im Anschluss, nachdem ich mein Zimmer dann verlassen hatte, saß ich zwei Stunden mit gepackten Sachen auf dem Flur, um eine Abschlussbesprechung mit dem Arzt zu führen. Danach war ich entlassen.
Die Nachsorge musste selbst organisiert werden. Kein Hinweis, bei wem Termine zu vereinbaren sind, wechselnde Zuständigkeiten, unklare Absprachen, keine telefonische Erreichbarkeit. Ich wurde im Krankenhaus von Schalter zu Schalter geschickt, immer auf der Suche nach Passierschein 38b.
Termine, trotz akuter Probleme (offene Stellen im Kiefer, Schrauben, die sich lösen, Platten, die aus dem Zahnfleisch stechen, ständige Schmerzen und Entzündungen im Kiefer) werden langfristig vergeben und kurzfristig abgesagt.
Dieses Klinikum ist unfassbar schlecht und ein Synonym für unser derzeitiges Gesundheitswesen. Und nochmal, ich bin Privatpatient, der für seine Leistungen den Höchstsatz zahlt. Nicht, dass ich mir etwas darauf einbilde, aber wenn es mir schon so geht, dann möchte ich nicht wissen, wie es um gesetzlich Pflichtversicherte bestellt ist.


1 Kommentar
Nachtrag:
30 Stunden nach der OP gab es endlich das erste Gespräch mit dem zuständigen Arzt(doch keine Ärztin, wie mir erst gesagt wurde) und die gewünschten Informationen wurden mir endlich mitgeteilt.
Besser spät als nie.
Fazit : Wer kein Interesse hat sich mit seiner OP auseinander zu setzen oder wissen will was genau mit einem geschieht und einfach nur "heile gemacht werden will",
der ist hier wohl richtig .