Ein Stern ist noch zu viel
- Pro:
- können gut reden
- Kontra:
- meistens bleibt es dabei
- Krankheitsbild:
- Schenkelhalsfraktur
- Privatpatient:
- ja
- Erfahrungsbericht:
-
Mein 96?jähriger Vater erlitt am 22. September 2026 eine Schenkelhalsfraktur. Rettungskräfte und Feuerwehr handelten vorbildlich. Auch in der Notaufnahme der Helios-Klinik Nordenham war das Personal freundlich. Aufgrund seines guten Allgemeinzustands wurde er operiert, die OP verlief erfolgreich. Doch danach begann das Desaster. Auf Station 1 erhielt mein Vater als Privatpatient kaum Pflege. Bei meinen Besuchen saßen Pflegekräfte meist am Computer, während im Zimmer meines Vaters Unordnung herrschte. Ein blutiges Bettlaken blieb tagelang liegen, Trinkbecher, Brille und Tabletten lagen durcheinander, teils in Wasser. Ob er Mahlzeiten oder Medikamente regelmäßig erhielt, ist zweifelhaft. Oft standen Tabletten unberührt vor ihm. Sein Zustand verschlechterte sich rapide. Er wurde apathisch, desinteressiert und verlor in wenigen Tagen seine frühere geistige Wachheit. Durch falsche Lagerung entwickelte er einen Dekubitus, Physiotherapie fand kaum statt.
Die Sozialassistenz bemühte sich zwar um eine Reha, gab aber zunächst eine falsche Krankenkasse an. Eine zunächst genannte Reha?Zusage stellte sich als nicht existent heraus. Andere Kliniken lehnten wegen seines Alters ab. Trotz der Zusicherung des Chefarztes, er werde erst mit Reha?Platz entlassen, wurde mein Vater schließlich in eine Kurzzeitpflege mit dem schriftlichen Hinweis verlegt, Reha lohne sich für einen 96?Jährigen nicht.
Bei der Aufnahme fehlten persönliche Gegenstände, die Klinik hatte sie schlicht nicht mitgegeben. In der Kurzzeitpflege zeigte sich sofort der Unterschied. Mein Vater nimmt wieder am Leben teil, profitiert von Physiotherapie und bewegt sich inzwischen selbstständig im Rollstuhl. Das freundliche und kompetente Personal ist zuversichtlich, ihn wieder zu mobilisieren.
Ich frage mich, warum ein Patient zu alt für Reha sein soll, aber jung genug für eine Operation. Der Eindruck bleibt. Für den Helios?Konzern zählt nicht das Wohl des Patienten, sondern der wirtschaftliche Nutzen.


1 Kommentar
Ihre Ausführungen in Bezug auf die Sauberkeit kann ich nur bestätigen.
Und die komplett überforderten Pflegekräfte habe ich auch kennengelernt. Mit dieser überforderung erkläre ich mir, die fehlende Motivation.