Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich in der Lauterbacher Mühle angekommen bin. Nach meinem Herzinfarkt war ich nicht nur körperlich angeschlagen, sondern vor allem innerlich völlig aus dem Gleichgewicht. Ich hatte Angst vor jeder Anstrengung, habe meinen eigenen Körper nicht mehr richtig vertraut. Entsprechend skeptisch war ich, ob mir eine Reha wirklich helfen kann.
Und dann stand ich plötzlich dort – mitten in dieser ruhigen, fast schon abgeschiedenen Landschaft. Die Lauterbacher Mühle liegt ja wirklich idyllisch, eingebettet in ein Naturschutzgebiet. Kein Verkehrslärm, keine Hektik, nur Natur, Weite und eine Stille, die man erst einmal aushalten muss. Für mich war das am Anfang ungewohnt, aber genau das hat mir später unglaublich gutgetan.
Was mich direkt überrascht hat, war dieser besondere Mix aus Klinik und Luxus- bzw. Wellnes Hotel fühlte sich nicht nach Krankenhaus an, eher wie ein ruhiger Rückzugsort. Die Zimmer waren angenehm, das Essen Exzellent gut, und alles wirkte stimmig gestaltet – nicht kühl oder funktional, sondern familiär und heimelig.
Medizinisch habe ich mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt. Die kardiologische Betreuung durch Prof Sibbing war sehr engmaschig, aber nie beängstigend. Im Gegenteil: Er hat sich immer Zeit genommen, Dinge zu erklären, und mir Schritt für Schritt die Angst vor Belastung genommen. In der Physiotherapie ging es dann ganz vorsichtig los – ein paar Minuten Bewegung, genau überwacht. Anfangs hatte ich ständig im Kopf Was, wenn wieder etwas passiert? Aber mit jeder Einheit wurde ich sicherer.
Besonders gut am Konzept ist, dass Körper und Psyche hier wirklich zusammen gedacht werden. Die Psychotherapie war für mich fast genauso wichtig wie das körperliche Training. Ich habe dort gelernt, mit meiner Angst umzugehen, sie nicht zu verdrängen, sondern zu verstehen. Es tat gut, offen über Sorgen sprechen zu können, ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen.
Ein ganz eigener Teil der Erfahrung war auch die Kunst. Das hätte ich vorher nie erwartet. Kreative Angebote, das hat etwas in mir ausgelöst, was ich schwer beschreiben kann. Es war, als ob ich wieder Zugang zu einem ruhigeren Teil von mir bekomme.
Und dann war da natürlich die Natur. Spaziergänge rund um den Ostersee und das Naturschutzgebiet, bewusstes Atmen, einfach mal stehen bleiben und hören, wie still es sein kann – das war für mich fast genauso heilsam wie jede Therapieeinheit.