Keine Erholung
- Pro:
- Kontra:
- Krankheitsbild:
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Leider kann ich die Ostseeklinik Zingst für eine Mutter-Kind-Kur nicht empfehlen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Klinik nicht auf die Bedürfnisse von Müttern mit Kindern ausgelegt ist.
Für Kinder gibt es kaum geeignete Räumlichkeiten. Sie spielen zwangsläufig auf den Fluren, was natürlich laut ist – allerdings gibt es schlicht keine Alternativen. Freizeitangebote sind sehr eingeschränkt: Billard ist erst ab 10 Jahren erlaubt, der Kicker steht nur in einem kleinen Raum und darf von jüngeren Kindern nur in Begleitung genutzt werden, und es gibt lediglich eine Tischtennisplatte für alle Patienten. Räume, in denen sich Mütter einmal in Ruhe austauschen können, fehlen komplett.
Auch organisatorisch lief vieles unstrukturiert. Eine Übersicht über die angebotenen Therapien gab es nicht. Zusätzliche Anwendungen mussten über eine App gebucht werden – bei sehr begrenzten Plätzen und ohne erkennbare Routine im Ablauf. Für über 130 Patientinnen und Patienten stand nur ein Physiotherapeut zur Verfügung. Teilweise fanden Therapien in viel zu kleinen Räumen oder sogar auf dem Flur statt, manche direkt neben Patientenzimmern.
Das Schwimmbad durfte man nur einmal pro Woche für 30 Minuten nutzen; am Wochenende musste man sich zusätzlich in Listen eintragen. Auf individuelle Beschwerden wurde aus meiner Sicht nicht ausreichend eingegangen.
Auch im Speisesaal herrschten strenge Regeln: Kinder unter 10 Jahren dürfen nicht selbst ans Buffet und müssen am Platz sitzen bleiben. Das Servicepersonal achtete sehr konsequent darauf, dass kein jüngeres Kind umherläuft – die Atmosphäre wirkte dadurch eher kontrollierend als familienfreundlich.
Die sogenannte Lernzeit für die Kinder fand lediglich viermal für jeweils 45 Minuten statt. Den Großteil der schulischen Aufgaben mussten wir Mütter nachmittags selbst übernehmen.
Für mich persönlich hatte diese Kur keinen Erholungseffekt – im Gegenteil. Von Entlastung oder Regeneration war wenig zu spüren. Auch andere Patientinnen berichteten von ähnlichen Erfahrungen; einige haben die Kur sogar vorzeitig abgebrochen.
Insgesamt entspricht die Klinik meiner Meinung nach nicht den Anforderungen an eine moderne Mutter-Kind-Kur.


1 Kommentar
Auch gut, eine Klinik für Prävention. Auch in diesem Fall müssen Ziele definiert werden. Diese werden durch "Anwendungen" erreicht. Die Anzahl der Anwendungen war einfach zu gering, um eine Wirkung auszulösen und damit die Ziele zu erreichen..
Eine APP ist gut und besser als Papier. Eine notwendige Voraussetzung ist allerdings, dass diese auch im relevanten Zeitraum (hohe Anzahl an Usern) funktioniert. Das tat sie nicht. Das trat bei vielen (Mit)Patienten auf!
Mein persönliches Ziel war u.a. die Gewichtsreduzierung. Dies hat sich u.a. die Klinik auf die Fahne geschrieben (Siehe Leitbild der Klinik). :-)