Reine Glückssache – Mangelnde Empathie, strukturelle Mängel und unprofessionelles Verhalten zerstören die Vertrauensbasis
- Pro:
- Gegend, Ruhe, Essen
- Kontra:
- Psychologische Betreuung
- Krankheitsbild:
- Panikstörung
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Reine Glückssache – Mangelnde Empathie, strukturelle Mängel und unprofessionelles Verhalten zerstören die Vertrauensbasis!
Um mit dem Positiven zu beginnen:
Es gibt in dieser Klinik durchaus Therapeuten, die ihren Beruf sichtlich lieben und diesen auch fachlich wie menschlich hervorragend ausüben. Leider ist es jedoch reine Glückssache, ob man an eine solche Person gerät.
In meinem Fall war der Aufenthalt leider von tief enttäuschenden Erfahrungen geprägt. Eine therapeutische Vertrauensbasis konnte nicht aufgebaut werden, da ich von meiner Therapeutin in zwei zentralen Fragen absichtlich unbemerkt bzw. falsch informiert wurde. Ohne Ehrlichkeit ist eine erfolgreiche Therapie aus meiner Sicht nicht möglich.
Darüber hinaus empfand ich den Umgangston des Personals teilweise als extrem unprofessionell und empathielos. Als ein neu angekommener Mitpatient in einer Gruppenrunde offen seine extreme Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit und die Überforderung mit Kleinigkeiten schilderte, wurde er von derselben Therapeutin mit dem Kommentar abgefertigt, warum er überhaupt hier sei – ausschlafen könne er schließlich auch zu Hause. Ein solcher Umgang mit akut belasteten Menschen ist absolut inakzeptabel.
Auch auf der medizinischen und therapeutischen Seite gab es gravierende Mängel in der Organisation und Kommunikation: Ein Patient, der berechtigterweise nach Physiotherapie fragte, wurde vom zuständigen Stationsarzt regelrecht beschimpft – offenbar nur, weil die Klinik unter akutem Kapazitätsmangel litt. Anstatt transparent und respektvoll mit Engpässen umzugehen, wird der Frust an den Patienten ausgelassen.
Fazit: Wer lediglich Ruhe und eine reine Sportreha sucht, mag hier richtig sein. Wer jedoch mit ernsthaften psychischen Problemen zu kämpfen hat, trifft in dieser Klinik auf zu viele Therapeuten, die ihren Beruf verfehlen oder den Patienten im schlimmsten Fall sogar noch zusätzlichen Schaden zufügen. Bloß darauf zu hoffen, durch pures Glück an einen der wenigen kompetenten Therapeuten zu geraten, ist für eine erfolgreiche Genesung definitiv zu wenig. Wer ein durchgehend geschütztes, empathisches und verlässliches Umfeld sucht, ist hier nach meinen Erfahrungen falsch.


1 Kommentar
Kannst du dir den Aufwand vorstellen wenn jeder Patient seine Angehörigen einbinden will? Wer soll das leisten? Wer soll das bezahlen? Die Angehörigen sind keine Patienten.
LG Julia